Geschichte

1654 wurde mit Erlaubnis des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. die Bergstadt Johanngeorgenstadt gegründet. Das Eisenwerk hingegen wurde bereits 1651 von den Bürgern der kaiserlichen Bergstadt Platten am Breitenbach gegründet.

Spezialität dieser Fabrikation war schmiedbarer Eisenguss. Hauptsächlich wurde fabriziert: Guss für Maschinen, Werkzeuge aller Art, Wasch- und Wringmaschinen, Stick- und Strickmaschinen, landwirtschaftliche Geräte, Guss für Wagen- und Waggonbau sowie als Spezialität vorschriftsmäßige, behördlich begutachtete Militärhufeisen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Gießerei mit Schlosserei und Emaillierwerk gebaut und 1896 in Betrieb genommen. Neben emaillierten gusseisernen Wandbrunnen, Ausgüssen, Wasserpfannen und Wasch­kesseln wurden hauptsächlich guss­eiserne und Blechmantelrundöfen in einfacher vernickelter und emaillierter Ausführung sowie gusseiserne Koch­herde, Kachelofeneinsätze, Feuertüren und Rostbalken erzeugt.

1935 übernahm Ernst Schleitzer das Eisenwerk und gründete mit weiteren Gesellschaftern eine Kommanditgesell­schaft. Nach Beginn des zweiten Weltkrieges wurde auf Rüstungs­produktion umgestellt.



Nach dem Krieg ist unter großen Schwierigkeiten wieder begonnen worden, traditionelle Raumheizer und Haushaltsartikel zu produzieren.

Mit der Gründung der DDR und der Aufnahme einer 50%igen staatlichen Beteiligung am Firmeneigentum im Jahre 1958 sowie der Verstaatlichung des Betriebes im Jahre 1972 wurden auch im Eisenwerk Wittigsthal "sozialistische Produktionsverhältnisse" eingeführt.

Der überaus hohe Bedarf an Küchenherden und Heizöfen steigerte die Produktionszahlen von Jahr zu Jahr. Seit 1968 bestimmten Kohlebadeöfen das Produktionsprofil des Betriebes. Das Eisenwerk Wittigsthal etablierte sich als führender Hersteller für emaillierte Badeöfen im ehemaligen Ostblock mit bis 60.000 Stück pro Jahr.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 stand auch das Eisenwerk Wittigsthal vor den Trümmern einer vierzigjährigen Misswirt­schaft. Das Unternehmen war nicht konkurrenzfähig, das wirtschaftliche Aus schien vorprogrammiert. Unter großen und gemeinsamen Anstrengungen der Geschäfts­leitung und der gesamten Belegschaft ist es gelungen, das traditionsreiche Eisenwerk Wittigsthal produktionsfähig und mit guten Zukunftsaussichten zu erhalten.

Mit Verbesserungen am Badeofen selbst, verchromten Armaturen, hochwertigen Grundstoffen, neuer Verpackung und vor allem einer auf den Kunden eingehenden Vertriebsorganisation hatte es das Unter­nehmen geschafft, von seinem Haupt-produkt aus ein neues Produkt- und Unternehmensprofil anzusteuern. Am 18. Juni 1991 konnten die Eisenwerker den 4millionsten Badeofen vom Band nehmen. Am 19. November 1991 wurde ein neuer, leistungsstarker und auf höchstem technologischem Niveau stehender Umkehremaillierofen in Betrieb genommen.

Seit der Privatisierung im Jahr 1992 durch den schwäbischen Unternehmer Winfried Friedrich wurde der bestehende Bereich Blechbearbeitung sowie Lackierung und Emaillierung stetig ausgebaut und modernisiert. In den Folgejahren strukturierte Winfried Friedrich das Unternehmen komplett um und machte Wittigsthal zu einem führenden Anbieter im Bereich Messgeräte-Stationen. Mit der Entwicklung des UP-fix® avancierte Wittigsthal schnell zu einem führenden Hersteller im Bereich Wasserzählermodule.

Seit Januar 2008 hat die Eisenwerk Wittigsthal GmbH neue Eigentümer. Der bisherige Inhaber Winfried Friedrich übergab das Ruder an eine jüngere Generation. Die neuen Gesellschafter Jochen Browa sowie seine Frau Heike Browa-Forner lenken seit dem die Geschicke der Firma und entwickeln das Unternehmen erfolgreich weiter. Neben der konsequenten Weiterführung der bisheri­gen Erfolgsstrategien im Produktbereich Heizung und Sanitär wurde die Eisenwerk Wittigsthal GmbH durch neue, innovative Produktfelder im Sondermaschinen- und Anlagenbau zukunftsfähig erweitert. Neuentwicklungen im Bereich der Frischwasserstation und in der kontrollierten Wohnraumlüftung helfen das Heizungs- und Sanitär-spektrum zu erweitern. Mit dem Einstieg in die Automobilteilferti-gung wird auch an diesem stark wachsenden Markt mit profitiert.

2010 konnte ein Konkurrenzunternehmen im Bereich der Heizungstechnik aufgekauft und erfolgreich in die Fertigung am Standort in Johanngeorgenstadt integriert werden. Mit einer positiven Wertschätzungskultur sowohl dem Kunden als auch den Mitarbeitern gegenüber, werden nachhaltige Grundlagen geschaffen die einen Alleinstellungsfaktor darstellen.

So wird für eine sichere Zukunft für die Mitarbeiter und den Standort vorgesorgt.